Einordnung, Praxis aus Unternehmen, Werkzeuge für zu Hause und ein Überblick über die Systeme, die es heute gibt.
Die sieben Stufen der KI: vom Textwerkzeug zum selbstständigen Agenten. Jede Stufe einzeln erklärt.
ca. 30 Min.Das Tanagra Agentensystem: wie digitale Kollegenteams in Firmen arbeiten, live gezeigt.
ca. 25 Min.Die Claude App und die Browsersteuerung: ein Agent, der für Sie im Internet klickt. Mit Spielregeln.
ca. 20 Min.Welche Agentensysteme es gibt, was sie kosten und wie Sie das richtige auswählen.
ca. 15 Min.Bitte Smartphone, Tablet oder Laptop bereithalten. Die Folien stehen unter tanagra-news.de/vhs-okt-2026 und als PDF zum Herunterladen.
Vom Textwerkzeug, das das nächste Wort rät, bis zum System, das von allein handelt. Wer die Stufen kennt, kann jedes Angebot einordnen.
Das Modell errechnet Wort für Wort die wahrscheinlichste Fortsetzung. Es kennt Sprache aus Milliarden Texten, versteht aber keinen Auftrag im menschlichen Sinn.
„Schreib mir eine Glückwunschkarte zum 70. Geburtstag meiner Tante.“ Das erste ChatGPT von 2022 war genau das.
Klingt sicher, auch wenn es falsch liegt. Jede Antwort muss gelesen und geprüft werden.
„Thinking“-Sprachmodelle denken erst, dann antworten sie: Sie zerlegen die Frage in Schritte, rechnen oder folgern Zwischenergebnisse, prüfen sie und verwerfen Irrwege. Immer noch nur Text, aber mit Bedenkzeit.
„Welcher Stromtarif ist bei 3.200 kWh im Jahr günstiger: 14 Cent je kWh mit 180 Euro Grundpreis oder 17 Cent mit 60 Euro? Und ab welchem Verbrauch kippt es?“ Das Modell rechnet beide Wege, vergleicht und erklärt den Kipppunkt.
Denkt nur mit dem, was in der Frage steht und was es gelernt hat. Es schaut nichts nach und tut nichts. Was heute passiert ist, weiß es nicht.
Das Modell bekommt Werkzeuge: Websuche, Ihre Dokumente, Kalender, Datenbanken, Schnittstellen zu anderen Programmen. Es holt sich, was es nicht weiß.
„Was kostet die Bahnfahrt morgen nach Berlin, und passt sie zu meinem Kalender?“ Oder: „Fasse die drei PDF-Dateien aus dem Elternbeirat zusammen.“
Quellen können falsch oder manipuliert sein. Das Modell liest alles, auch Anweisungen, die jemand in eine Webseite versteckt hat.
Deshalb ist die wichtigste Frage bei jedem Agenten: Was darf er allein, und wann fragt er mich?
Der Agent bekommt ein Ziel, macht einen Plan, führt Schritt für Schritt aus, schaut sich das Ergebnis an und bessert nach. Eine Schleife statt einer Antwort.
„Finde ein Hotel in Regensburg für den 14. November unter 120 Euro mit Parkplatz und fülle die Buchung aus.“ Der Agent sucht, vergleicht, klickt, trägt ein und hält vor dem Bezahlen an.
Ein Lauf kann minutenlang dauern und Geld kosten. Ohne Haltepunkte macht er auch Unsinn mit großer Ausdauer.
Nicht ein Agent macht alles, sondern mehrere mit klaren Rollen: einer recherchiert, einer schreibt, einer prüft, einer koordiniert. Wie ein Projektteam, nur aus Software.
Ein Vertriebsteam: Marie schreibt die Kampagne, Roland pflegt die Kontakte, Carsten bereitet die Gespräche vor. Jeder kennt seinen Teil, zusammen ergibt es den Ablauf.
Je mehr Agenten, desto mehr Übergaben. Ohne klare Rollen und einen Chef, der Konflikte entscheidet, reden sie aneinander vorbei.
Das Team bleibt. Die Agenten haben Namen, Zuständigkeiten, Gedächtnis, Werkzeuge und Zugänge. Sie arbeiten Missionen über Wochen ab, auch nachts, und melden sich, wenn sie eine Entscheidung brauchen.
Ein Veranstaltungsteam: Anmeldungen annehmen, Teilnehmerlisten pflegen, Erinnerungen verschicken, am Morgen danach den Bericht vorlegen. Jede Woche, ohne Anstoß.
Braucht Regeln, Rechte und Protokolle wie ein echtes Team: Wer darf was sehen, was senden, wer trägt die Verantwortung?
Das System erkennt selbst, was zu tun ist, setzt sich Ziele innerhalb seiner Leitlinien und arbeitet dauerhaft. Der Mensch erfährt das Ergebnis, nicht den Weg.
Eine Software-Fabrik: Kunden wünschen sich eine Funktion, das System plant, baut, prüft und liefert sie aus. Der Mensch legt fest, was nie passieren darf, und testet das Ergebnis.
Heute Experimente, keine Alltagsware. Die Fachwelt rät: Stufe 6 mit Haltepunkten statt Stufe 7 ohne. Verantwortung lässt sich nicht an Software abgeben.
| Stufen 1 und 2 | Stufen 3 und 4 | Stufen 5 bis 7 | |
|---|---|---|---|
| Entwicklungsphase | Sprachmodelle | Agenten | Autonome Systeme |
| Autonomie | keine | gering bis mittel | hoch bis maximal |
| Rolle des Menschen | Volle Kontrolle, Operator | Überwachung und Bestätigung | Aufsichtsrat, strategische Leitlinien |
| Typische Frage | „Stimmt das?“ | „Darf er das?“ | „Was darf er nie?“ |
| Wo stehen wir heute | Jedes Chatprogramm | Alltag: Browser-Agenten, Recherche-Agenten | Unternehmen: digitale Kollegenteams; Stufe 7 im Versuch |
Merksatz: Nicht die KI entscheidet, wie viel sie darf. Das entscheiden Sie, pro Aufgabe.
Stufen 5 und 6 in der Praxis: wie ein Agentensystem aufgebaut ist, wie ein Auftrag durchläuft und warum der Agent um Freigabe fragt.
MarieConcierge der Box
RolandCRM und Kontakte
CarstenVertrieb
AntoniaSales Intelligence
BobDeep-Researcher
PeterWeb-Recherche
JanaPrincipal Consultant
BonnieProduct Owner
LunaLinkedIn-Content
EmmaModerne FührungAusführlich in Tanagra News, Ausgabe 1: „Wenn der Agent die Freigabe fragt“ (kostenfrei auf tanagra-news.de).

Lage im Blick, Kampagnen schreiben, Kontakte pflegen, Termine vorbereiten. Drei Agenten, ein Mensch, der entscheidet.
Vertrieb
Anmeldungen, Zoom-Teilnehmerlisten, Erinnerungen, Nachbereitung. Jede Woche, ohne Zettelwirtschaft.
Organisation
Entscheidungen durchspielen: Was passiert, wenn? Mehrere Agenten vertreten Sichtweisen, der Mensch wägt ab.
Strategie
Lange Anforderungslisten lesen, mit dem eigenen Wissen abgleichen, Antwortentwurf vorbereiten.
Beratung
Mitarbeitende fragen den eigenen Assistenten statt ein fremdes Chatprogramm. Wissen bleibt im Haus.
Wissen
Reklamationen erfassen, Lieferanten bewerten, Berichte erzeugen. Mit Nachweiskette für den Prüfer.
Qualität
Echter Betrieb, keine Vorführung aus der Dose.
Stufen 3 und 4 für jede und jeden: ein Assistent, der nicht nur antwortet, sondern für Sie im Internet klickt.

Fragen, Texte, Erklärungen, Übersetzungen, Briefe an Behörden. Auf Deutsch, in Ihrem Ton.
Stufen 1 und 2
PDF hochladen, Foto vom Mietvertrag, Tabelle vom Verein. Claude liest und erklärt.
Stufe 3
Ein Projekt „Hausbau“ oder „Vereinsarbeit“ mit allen Unterlagen. Claude erinnert sich an den Kontext.
Stufe 3
Sprechen statt tippen, Websuche, und mit der Chrome-Erweiterung: Claude bedient Webseiten.
Stufe 4Grundversion kostenlos, Pro-Abo rund 20 Euro im Monat. Die Browsersteuerung gibt es in den Bezahlplänen. Claude ist seit 2024 in der EU verfügbar.

Bild: Produktseite claude.com, Oktober 2026. In der Vorführung gleich live auf Deutsch.

Versicherung, Stromtarif, Reise, Spülmaschine: drei Angebote mit Vor- und Nachteilen in einer Tabelle.

Behörde, Krankenkasse, Verein, Rückerstattung bei der Bahn. Claude trägt ein, Sie prüfen und senden.

Arzt, Werkstatt, Friseur: freie Zeiten auf mehreren Seiten abfragen und mit dem Kalender abgleichen.

Rezept für acht Personen umrechnen und die Zutaten in den Warenkorb des Lieferdienstes legen.

Für den Steuerberater oder den Pflegeantrag: aus Portalen Dokumente herunterladen und sortieren.

Eine Bedienungsanleitung, ein Bescheid, ein Vertrag: Seite öffnen und erklären lassen, Absatz für Absatz.


Beispielaufgabe: „Finde die nächsten drei Vorträge der vhs SüdOst zum Thema KI und lege sie mir als Liste an.“
Fünf Systeme, die Sie kennen sollten: Claude, ChatGPT, Gemini, Manus und Hermes. Was sie können, was sie kosten, für wen sie passen. Stand Oktober 2026.
ClaudeAnthropicApp plus Browsersteuerung in Chrome. Fragt vor jeder Wirkung.
Stufen 3 bis 4
ChatGPTOpenAIDer bekannteste Chat, mit Agent-Modus, der surft, bucht und Dateien erstellt.
Stufen 3 bis 4
Gemini mit AgentGoogleZu Hause in Googles Welt: Gmail, Kalender, Maps, Android.
Stufen 3 bis 4
Manusseit 12/2025 MetaAllzweck-Agent in der Cloud, liefert fertige Präsentationen, Websites, Berichte.
Stufen 4 bis 5
Hermes AgentNous Research, Open SourceAgent auf dem eigenen Rechner, lernt dazu, erreichbar per Messenger.
Stufen 4 bis 6Preise auf den folgenden Folien sind gerundete Listenpreise vom Oktober 2026, meist in US-Dollar genannt. Vor einem Abo immer die aktuelle Preisseite ansehen.
Der Assistent, den Sie heute gesehen haben: Chat mit Dateien, Projekten und Gedächtnis. Mit der Chrome-Erweiterung bedient Claude Webseiten, mit Cowork arbeitet er am Schreibtisch mit Ihren Dateien, Mails und Kalender.
Vor jeder Wirkung wird gefragt, Sie legen vorher fest, auf welchen Seiten er arbeiten darf. Die Browsersteuerung ist seit August 2026 allgemein verfügbar.
Grundversion kostenlos. Pro ca. 20 Euro im Monat, Max ab ca. 100 Euro. Browser und Cowork nur in den Bezahlplänen. In der EU seit 2024.

Der bekannteste Chat-Assistent. Im Agent-Modus arbeitet ChatGPT in einem eigenen Browser: recherchiert, vergleicht, füllt Formulare aus, erstellt Tabellen und Präsentationen und meldet sich, bevor er etwas abschickt.
Größte Verbreitung, viele Zusatzfunktionen (Bilder, Sprache, Suche). Der eigene Browser „Atlas“ wurde im August 2026 eingestellt, die Agentenfunktionen stecken wieder in ChatGPT selbst.
Grundversion kostenlos. Plus ca. 23 Euro im Monat, Pro ab ca. 100 Euro. Agent-Modus laut OpenAI in allen unterstützten Ländern, also auch in Deutschland.

Googles Assistent, eingebaut in Gmail, Kalender, Maps, Docs und Android. Der Agent-Modus erledigt Web- und App-Aufgaben in der Gemini-App, etwa Reservierungen, Einkäufe oder Recherchen mit mehreren Schritten.
Stark, wenn Ihr Leben ohnehin in Googles Welt liegt. Das Vorläuferprojekt „Project Mariner“ wurde im Mai 2026 eingestellt und ist im Gemini Agent aufgegangen.
Grundversion kostenlos. AI Pro ca. 20 Euro im Monat, AI Ultra ca. 250 Euro. Der Agent-Modus kam zuerst in den USA, die Freigabe für die EU ist noch nicht belegt.

Ein Allzweck-Agent, der in der Cloud auf einem eigenen virtuellen Rechner arbeitet: Sie geben einen Auftrag, Manus recherchiert, surft, schreibt und liefert ein fertiges Ergebnis, etwa eine Präsentation, eine Website oder einen Bericht.
Arbeitet lange Aufgaben allein durch, auch wenn Sie den Rechner zuklappen. Dafür sehen Sie den Weg nur im Nachhinein, und Ihre Daten liegen bei Meta beziehungsweise in Singapur.
Guthaben-Modell: kostenlose Startguthaben, Abos ab ca. 20 bis 200 Euro im Monat. Lange Aufträge verbrauchen viel Guthaben, Kosten sind schwer vorherzusagen.

Ein Agent, den Sie selbst auf einem eigenen Rechner oder Server betreiben, seit Februar 2026 quelloffen. Sie sprechen mit ihm per Telegram, WhatsApp, Discord oder Slack. Er merkt sich alles dauerhaft und baut sich aus erledigten Aufgaben eigene Fähigkeiten.
Maximale Freiheit und Datenhoheit: nichts verlässt Ihr Haus, außer den Anfragen an das Sprachmodell. Dafür sind Installation, Updates und Absicherung Ihre Sache. Nicht verwechseln mit OpenClaw, dem anderen bekannten offenen Agenten.
Software kostenlos (MIT-Lizenz). Dazu kommen die Modellkosten nach Verbrauch oder ein lokales Modell auf eigener Hardware.

Antworten geben (Stufen 1 bis 3) oder handeln (ab Stufe 4)? Einzelne Aufgabe oder Dauerbetrieb? Je höher die Stufe, desto wichtiger die nächsten drei Fragen.
In welchem Land läuft das System, wer liest mit, wird mit meinen Daten trainiert? Für Firmen: Auftragsverarbeitung, EU-Betrieb, eigene Plattform.
Fragt das System vor Außenwirkung? Kann ich Rechte je Aufgabe setzen? Gibt es ein Protokoll, das ich lesen kann?
Abo oder Guthaben? Agentenläufe verbrauchen Rechenzeit; Guthaben-Modelle sind schwer kalkulierbar. Ein Monat Probe mit echten Aufgaben sagt mehr als jede Preisliste.
Diese Folien: tanagra-news.de/vhs-okt-2026, dort auch als PDF. Wöchentliche Neuigkeiten zu KI-Agenten und digitalen Kollegenteams: Newsletter auf tanagra-news.de, kostenfrei.